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Jade Weser Port Wilhelmshaven
Am Jadefahrwasser in Wilhelmshaven findet das derzeit größte Hafenbauprojekt in Deutschland statt. Als gigantischer Containerumschlagplatz soll der JadeWeserPort schon 2011 seinen Betrieb aufnehmen und die größten und leistungsfähigsten Container- Schiffe der Zukunft, die mehr als 12.000 Containern Platz bieten, umschlagen können.
Wilhelmshaven ist aus vielerlei Gründen der ideale Standort für einen Tiefwasserhafen und konnte sich erfolgreich gegen den Mitbewerber Cuxhaven durchsetzen.
Die Jade als tiefstes Fahrwasser Deutschlands bietet sich für die gigantischen und tiefgehenden Schiffe geradezu an. Der größter Vorteil besteht darin, dass das Fahrwasser, einmal auf die erforderliche Tiefe gebracht, seinen Verlauf beibehält und den Hafen damit weitestgehend tideunabhängig macht. Anders als in den zur Zeit wichtigsten deutschen Containerhäfen Hamburg und Bremerhaven. Elbe und Weser sind zu flach und Hamburg ist zudem dem Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser ausgesetzt.
Die erheblichen Zuwachsraten im Containerverkehr, die ständig größer werdenden Schiffe und die günstigen Prognosen hinsichtlich der Entwicklung des Seehandels waren weitere Faktoren, die für den Bau eines Container- Terminal dieses Ausmaßes sprachen. Immerhin beträgt das Investitionsvolumen 950 Millionen Euro und es soll eine Jahresumschlagskapazität von 2,7 Millionen TEU erreicht werden.
Bisher wurden die großen Container-Schiffe in den westeuropäischen Häfen gelöscht. Für die Ostseehäfen waren auf Grund des erhöhten Aufwandes der Umschlag großer Containerladungen nicht wirtschaftlich. Durch den Bau des Container-Terminals in Wilhelmshaven gelangt ein Teil der Umschlagskapazität nach Deutschland, als Antwort quasi auf die mächtige Konkurrenz der Häfen von Rotterdam und Antwerpen. Man setzt dabei vor allem auf den Container- Transport von und nach Skandinavien, die baltischen Staaten und vor allem Russland.
Der JadeWeserPort kann von Schiffen mit einem Tiefgang von mehr als 16 Metern angelaufen werden. Geplant ist eine Stromkaje mit einer Gesamtlänge von 1.725 Metern, an der vier Großcontainerschiffe und Feederschiffe mit bis zu 17 Containerbrücken gleichzeitig an einem Terminal abgefertigt werden können. Dieses Konzept ermöglicht die maximale Reduzierung der zeitraubenden und kostenaufwendigen Verholzeiten im Hafen, die dann auftreten, wenn mehrere Terminals angelaufen werden müssen.
Die Terminaltiefe ist mit 650 Metern geplant, die Wassertiefe soll 18 Meter betragen und der Wendebereich umfasst einen Durchmesser von 700 Metern.
Die Terminalfläche nimmt ein Gebiet von insgesamt 120 Hektar Land ein. Daran schließen sich eine Logistikzone mit 170 Hektar Fläche an und weitere 400 Hektar können je nach Bedarf erschlossen werden. Straßennetz und Bahnverbindung werden entsprechend ausgerichtet und mit eingebunden. Im Bereich des neuen Container- Terminals und seines Umfeldes sollen 2.100 bis 5.800 neuer Arbeitsplätze geschaffen werden. Ein Gewinn also auch für die Infrastruktur der Region.
Nach Angaben der JadeWeserPort- Realisierungsgesellschaft verläuft der Bau planmäßig. Über 23 Millionen Kubikmeter Sand wurden bereits aufgespült. Man geht davon aus, dass die ersten Flächen im März/April 2010 zur Errichtung der Suprastruktur übergeben werden können und ein Jahr später mit der Bebauung der neu aufgespülten Flächen begonnen werden kann.
Nach seiner Fertigstellung wird der JadeWeserPort der einzige Tiefwasserhafen in Deutschland sein und garantieren, das mit der internationalen Entwicklung und den Tendenzen des Seehandels Schritt gehalten werden kann.

